Der Zermesser

Roboter
Leo Peschta
2007

image by esel.atDie Arbeit ist am besten als autarker “Raum greifender Körper” beschreibbar - ein Körper dessen Selbstzweck es ist, den ihn umliegenden Raum zu ertasten und den Zusammenhang zwischen eigener Form und Umwelt zu artikulieren.

Die Ausgangsform ist ein regulärer Tetraeder, ein hoch symmetrisches Objekt (alle Ecken, Kanten und Flächen sind untereinander gleichartig). Durch Ändern der Längen seiner Seiten ist es ihm möglich, diese perfekte Symmetrie zu brechen, seine Ausbreitung im Raum zu ändern und so “Raum Anzunehmen” .

Dieses Wechselspiel zwischen dem Innen und dem Außen, zwischen ihren beiden Gestalten und dem Versuch des Einen das Andere auszuloten, erzeugt Bewegung im Raum. Diese Bewegung wiederum macht den Unterschied zur klassischen Skulptur aus un erweitert sie durch Faktoren wie Bewegung, Masse, Energie, Kraft und Zeitgestalt.

Jede Seitenlänge ist eine autonome Einheit. Versehen mit einem Mikrokontroller, eignener Stromversorgung und Motoren sind sie in der Lage über ihre eigene Ausbreitung zu bestimmen und so eigenständig die Form der Entität zu veränderen.

Trotzdem ist es zwingend notwendig, dass alle Teile der Maschine in andauerndem Kontakt zueinander stehen; da jede Entscheidung einer Einheit es möglich macht die Regeln ihrer gesamten Geometrie zu überschreiten und den Körper in sich zusammenfallen zu lassen.

Das Wissen um die Position bzw. die Ausdehnung der einzelnen Module untereinander ermöglicht es dem gesamten Körper - durch Einnehmen bestimmter Verhältnisse der Seiten zueinander - sich frei im Raum durch kippen zu bewegen.

Um das zu bewrkstelligen sind alle Seitenelemente und Eckpunkte per Funk, durch ein intelligentes Mesh-Netzwerk, das sich selbst konfiguriert und dafür sorgt, dass die von einem Modul gesendeten Daten nur den gewünschten Empfänger und nicht alle sich im Netzwerk befindlichen Module erreicht, miteiander vernetzt.

Erreicht die Maschine die Grenzen ihrer Umgebung (drei ihrer vier Eckpunkte berühren den Umraum, sie nimmt so, eine für sich ideale, da aussagekräftige und stabile Lage im Raum ein) speichern die Einzelteile ihrer relative Position zu einander, nicht in dem Anspruch den Raum kartografieren zu wollen, sondern viel mehr ihre Form die sie an die grenzen ihrer Welt gebracht hat hat zu verinnerlichen.

Diese gespeicherten Zustände dienen dann als Grundlage für weitere Bewegungsabläufe, und führen in ihrer letzten Konsequenz zu einer Choreografie von Berührungen der beiden Körper, des Außen und Innen.